| Besichtigung eines Containerschiffes im Hamburger Hafen | |||||
|
Besichtigung der Hanjin Ottawa: Zuerst ging es viele Treppen hinauf, durch die Kombüse (wo unser Essen schon auf dem Herd stand), die Mannschaftsmesse, den Fitnessraum und lange Flure bis auf die Brücke. Die Brücke ist einfach riesig, mit dem Eindruck, man könnte dort auch prima Fußball spielen, mit einem Fahrstand, ähnlich einem Flugzeugcockpit. Die kompletten Schiffsdaten sind über Computer abrufbar. Von der Maschinentemperatur, die nebenbei bemerkt, die ganze Zeit, mittels Standheizung auf ca.100 Grad Celsius gehalten wird, und dem Füllstand der Ballasttanks mit einem Fassungsvermögen von mehreren 1000m³. Danach ging es wieder runter, vorbei an den Laderäumen, die natürlich noch größer sind und 9 Container übereinander und 7 nebeneinander aufnehmen können. Gigantisch sind auch die Trossen am Bug, die das Schiff mit automatischen Winden ständig in der gleichen Lage zum Kai halten. Diese ist auch notwendig, damit sich die Containerbrücken nicht ständig an die sich verändernde Schiffsposition durch die Tide anpassen muss. In der ersten Stunde hatten wir schon eine Menge zu bestaunen. Nach einem tollen Essen in der Offiziersbar machten wir uns mit dem 2. Ingenieur auf den Weg in den Maschinenraum. Der Maschinenraum kann schon fast als Halle bezeichnen. Dort steht ein riesiger Schiffsdiesel mit 10 Zylinder, die als 2-Takt-Diesel arbeiten. Die in dem Motor verbauten Kolben wiegen ganze 1,5 Tonnen. Soviel wiegt schon ein Mittelklassewagen. Dabei haben die Kolben einen Durchmesser von 96cm. Die dazu gehörigen Laufbuchsen haben sogar ein Gewicht von über 7 Tonnen. Dass würde jedem KFZ-Mechaniker den Schweiß auf die Stirn treiben. Wenn diese 10 Kolben in Bewegung gesetzt werden, wird der Schiffspropeller mit über 70.000 PS auf maximal 100 Umdrehungen pro Minute gebracht. Muss ich noch erwähnen, welche Dimensionen die Schraubenwelle hat? Sie ist, wie alles an diesem Schiff, ein wenig größer. Bei einem Verbrauch von etwa 240 Tonnen Schweröl am Tag, läuft die Ottawa bei einem maximalen Gewicht von über 90.000 Tonnen mit bis zu 26 Knoten ihrem Ziel entgegen. Ein Knoten sind 1,852 km. Damit schafft sie Hamburg – Shanghai und wieder zurück in 8 Wochen. An der Tankstelle findet man ein solches Schiff natürlich nicht, da es ca. 6500 Tonnen Schweröl bunkern kann. Einen Haken haben wir dann aber auch noch gefunden. Den Bremsweg! Laut dem Kapitän braucht das Schiff aus voller Fahrt ca. 45 Minuten, bis es steht. Eine Notbremsung wäre auch möglich, hat dann aber den Verlust der Hauptmaschine zur Folge. Ein Bugstrahlruder hat dieser Koloss auch. Die Leistung beträgt satte 4000 KW. Besichtigen konnten wir das Bugstrahlruder nicht, es hätte den Zeitrahmen gesprengt. Nach knapp 4 Stunden verließen wir, leider, das Schiff. Wir hätten noch Stunden schauen und staunen können. Wir bedanken uns bei dem Kapitän und der Besatzung für die interessante Führung und die Zeit, die sie für uns geopfert haben. Selbstverständlich auch bei der NSB , die es unser ermöglicht hat, einen solchen Containerriesen zu besichtigen. |
|||||
| Bilder von "Hanjin - Ottawa": | |||||
| Das Heck der Ottawa. |
![]() |
Containerladung |
![]() |
Die Brücke, vollelektronisch. |
![]() |
| Steuerung der Ottawa. |
![]() |
Radaranlage. |
![]() |
Beladung durch Krane von Land aus. |
![]() |
| Ketten der größeren Dimensionen. |
![]() |
Unter Deck. |
![]() |
Auf den Decksgängen. |
![]() |
| Blick von der Brücke über die Ladung. |
![]() |
||||
| Besichtigung des Containerschiffes "Hanjin - Vienna" im Hamburger Hafen. | |||||
|
Bilder von der "Hanjin - Vienna": |
|||||
| Ankerwinde. |
|
Brücke, Radar und Schornstein. |
|
Der Bug mit Anker. |
|
| Einfüll- und Absaugstutzen für Treibstoff, Öle und andere Materialien. |
|
Das Heck mit Ladung. |
|
Schiffsdiesel. |
|
| Wellenanlage, ca. 80m vom Diesel bis zur Schraube. |
|
||||